Auslandspraktikum in Moskau, St. Petersburg, Russland
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Persönliche Kontakte sind wichtig

Jenseits der EU-Grenzen ist Russland sehr gefragt. Wirtschaftlich tut sich in Moskau, Sankt Petersburg und Co. einiges und viele deutsche Unternehmen versuchen, hier Fuß zu fassen. 

Deutschland ist einer der wichtigsten Handelspartner Russlands. Der gemeinsame Warenaustausch lag im vergangenen Jahr nach Angaben von "Germany Trade and Invest", der Gesellschaft zur Außenwirtschaftsförderung der Bundesrepublik Deutschland, bei gut 68 Milliarden Euro. Russland exportierte vor allem Erdöl und Erdgas. Deutschland lieferte Maschinen, Kraftfahrzeuge und -teile sowie chemische Erzeugnisse. Doch die Zusammenarbeit geht inzwischen weit über das wirtschaftliche Interesse hinaus. Russland und Deutschland wollen Kooperationen in den Bereichen Ausbildung, Kultur, Wissenschaft, Bildung und Kunst vertiefen. Und auch in den Bereichen Recht, Verwaltung und Gesundheitswesen entstehen neue Netzwerke. Diese deutsch-russischen Pläne bieten also viel Spielraum für aufbruchwillige Studenten.

Studenten, die sich für Osteuropa entscheiden, müssen etwas mehr Geduld und Spucke für die Organisation mitbringen. Vielversprechend ist oft der Weg über deutsche Unternehmen, die bereits Büros in Russland, Polen oder Ungarn eröffnet haben. "Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass die Unternehmen wissen, welchen Stellenwert ein Praktikum hat, und den Mitarbeiter entsprechend einsetzen werden", meint Access-Berater Klaus Töpfer. Interessante Praktikumsbörsen für Osteuropa bieten zum Beispiel das Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin (www.oei.fu-berlin.de) oder der "Junge Osteuropa Experten Verteiler" (www.joe-list.de).

"Die Studenten sollten keine Angst vor dem Land haben", meint Ex-Praktikantin Siv Heimpold (siehe auch Porträt). In der Presse wird viel über Korruption, Gewalt oder mangelnde Demokratie berichtet. "Vor Ort erhält man aber einen völlig neuen Blick auf die Dinge", sagt die Wirtschaftsingenieurin heute. Sie war vor allem von der Aufgeschlossenheit und der Hilfsbereitschaft der Russen überrascht.

Praktika sind in Russland inzwischen üblich, weil viele der dortigen Universitäten in ihren Curricula seit einiger Zeit Praktika vorsehen und russische Studenten genau wie hierzulande ihren Lebenslauf mit den ersten praktischen Erfahrungen aufwerten wollen. Das bietet auch Chancen für ausländischen Studenten.

Allerdings gelten die russischen Unternehmen selbst noch immer als recht verschlossen. Ein Praktikum bei staatlichen Unternehmen wie etwa Gazprom zu ergattern, dürfte daher beinahe ausgeschlossen sein. Aussichtsreicher sind Anfragen bei Niederlassungen ausländischer Unternehmen - vor allem Beratungsfirmen oder internationale Organisationen sind gute Adressen. "An Stellen kommt man am besten über persönliche Kontakte", hat Nikias Wagner erfahren. Der Student hat während seines Praktikums bei der Deutsch-Russischen Außenhandelskammer mehrere nicht-russische Praktikanten in Moskau interviewt. Dabei hat er erfahren, dass es durchaus hilft, wenn der Bewerber von einem Mitarbeiter empfohlen wird - je höher in der Hierarchie desto besser.

Die Praktikumsdauer liegt in den meisten Fällen bei drei Monaten. Das hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass die Unternehmen für ausländische Studenten nur für diesen Zeitraum ohne größere Probleme ein Visum auftreiben können. Ein Gehalt wird selten gezahlt. Umso wichtiger ist es, sich rechtzeitig um Fördermöglichkeiten zu bemühen, denn das Leben vor allem in Moskau und Sankt Petersburg ist extrem teuer. Neben London und Tokio sind die beiden Metropolen derzeit die wohl teuersten Flecken der Welt. Von Vorteil ist auch, wenn das Unternehmen bei der Suche nach einer Unterkunft hilft. Ein günstiges Zimmer in Studentenwohnheimen bekommt nämlich nur, wer vor Ort als Student eingeschrieben ist.

Gut ist, wenn die Interessenten mindestens fortgeschritten Russisch sprechen. "Nur so können sie bei dem Unternehmen soweit mitarbeiten, dass es ihnen auch wirklich etwas bringt", meint Nikias Wagner. Andere Erfahrungen hat Siv Heimpold gemacht, die kaum russisch sprechen konnte. Im Unternehmen haben alle englisch mit ihr gesprochen. Und wenn im Außenkontakt Russisch gefragt war, hat das Team übernommen. "Wichtig war allerdings, dass ich das kyrillische Alphabet konnte. Das hat vor allem im Alltag sehr geholfen", sagt sie.

 

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