Auslandspraktikum in China, Singapur, Japan, Korea, sien
Bildnachweis: Singapore Tourism Board

Abenteuer Asien

Die Goldgräberstimmung in China, Indien, Korea & Co. lockt auch immer mehr deutsche
Studenten. Und Unternehmen und Institutionen vor Ort bieten tatsächlich spannende Praktika an. Doch einen Platz zu ergattern, erfordert Kreativität und persönlichen Einsatz. Wer sich durchsetzt und in einer fremden Kultur besteht, lernt fürs Leben und sammelt wertvolle Pluspunkte für die spätere Laufbahn. 

Preisfrage: Wer erkennt dieses Land? Weltweit führend in Sachen Solar- und Windkraft, Exportweltmeister und schon bald die Na­tion mit den meisten Englisch sprechenden Menschen. Die Antwort lautet – China! Die Liste der Superlative ließe sich locker fortsetzen: Mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern steht China nicht nur für das bevölkerungsreichste Land der Welt, sondern inzwischen auch für die meisten Hochschulabsolventen, die größten Devisenreserven, die gewaltigsten Bauprojekte und ein beispielloses Wirtschaftswachstum. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von knapp 5,9 Billionen US-Dollar ist die Volksrepublik mittlerweile die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt.

Kein Wunder also, dass das Reich der Mitte deutsche und internationale Unternehmen aus allen Branchen magisch anzieht – und mit ihnen immer mehr deutsche Studenten. Denn egal, ob Auto- oder Maschinenbauer, Mode- oder Markenartikelkonzerne, Banken oder Bauunternehmen: Absolventen, die bereits praktische Erfahrungen mit dem riesigen Absatzmarkt China gemacht haben – sei es über Praktika oder Auslandssemester – sind hochwillkommen.

Und so gehört – europäische Nachbarländer mal außen vor gelassen – China inzwischen neben den USA, Kanada und Australien zu den bevorzugten Zielen für einen Studienaufenthalt oder einen Praxiseinsatz im Ausland. Das zeigt nicht zuletzt eine aktuelle Umfrage unter 14.000 deutschen Studenten im Auftrag des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD): Immerhin drei Prozent aller Weltenbummler wählen danach China – genauso viele wie beispielsweise Australien oder Kanada.

Aber auch andere aufblühende Wirtschaftsnationen wie Indien, Südkorea, Thailand und Vietnam ziehen immer mehr Studierende an. „Wir beobachten einen klaren Trend in Richtung Asien“, bestätigt Vanessa Keller vom MLP-Auslands-Stipendienprogramm „Join the Best“. Jedes Jahr ermöglicht der Finanzdienstleister 15 bis 20 deutschen Studenten ein Auslandspraktikum bei einem international tätigen deutschen Konzern. 2012 sind mehr als die Hälfte der Stipendiaten nach Asien gegangen, sieben von ihnen allein nach China und Hongkong. Ihre Praktika absolvieren sie beispielsweise bei Henkel in Shanghai, bei BASF oder Hugo Boss in Hongkong, bei KPMG oder Siemens Management Consulting in Peking, beim Logistikkonzern DHL in Singapur oder bei der Allianz in der indonesischen Hauptstadt Jakarta.

Asien-Erfahrung kommt bei Personalchefs an

Ein Praktikum in einer fremden Kultur und zugleich in einer vielversprechenden dynamischen Wirtschaftsregion ist nicht nur eine wertvolle persönliche Erfahrung, sondern auch ein echter Trumpf im Lebenslauf. „Damit demonstrieren Bewerber, dass sie sich in einem neuen und bis dahin für sie unbekannten kulturellen Umfeld zurechtgefunden haben und sich auf eine neue Lebenssituation einstellen können“, sagt Anke Kirn, Leiterin Resourcing Deutschland bei der Deutschen Bank in Frankfurt. Auslandserfahrung gilt als Beschleuniger für eine Karriere bei der international ausgerichteten Großbank, an deren Spitze seit Mai 2012 der Inder Anshu Jain steht. Über die Hälfte der 100.000 Mitarbeiter beschäftigt die Deutsche Bank im Ausland, rund 15.000 allein in Asien.

Auch Jens Plinke, Employer Branding Manager bei Henkel in Düsseldorf, sieht es gern, wenn junge Leute nationale und innere Grenzen überschreiten: „Unsere Erfahrung zeigt, dass ein Auslandsaufenthalt junge Menschen persönlich enorm voranbringt“, sagt der Personalprofi. Mit über 8.800 Mitarbeitern beschäftigt der Konsumgüterkonzern in der Region Asien-Pazifik inzwischen mehr Menschen als in Nordamerika. Studentenjobs und Praktika für die Standorte in Asien schreibt das Unternehmen deshalb regelmäßig auf seiner internationalen Website aus. Deutsche Studenten konkurrieren hier allerdings mit Bewerbern aus der jeweiligen Region. Deshalb sind gute Englischkenntnisse ein Muss, teilweise geht auch nichts ohne die jeweilige Landessprache. Viele Angebote sind zudem an bestimmte Projektlaufzeiten geknüpft, Bewerber sollten also möglichst über längere Zeit verfügbar sein.

Lohn der Mühe: Bei global agierenden Unternehmen hat Projektarbeit in internationalen Teams heute einen hohen Stellenwert. Wer etwa in der Produktionsplanung im chinesischen Werk Guangzhou oder als Regional Marketing Assistent in der Asienzentrale in Shanghai schon früh internationale Erfahrung gesammelt und sich im Multi-Kulti-Team bewährt hat, kann bei Henkel als Bewerber damit punkten.

Einsatz und Biss gefragt

Arbeitgeber schätzen Jobkandidaten mit Eigeninitiative und Organisationstalent. Diese Soft Skills lassen sich bestens durch ein Praktikum in Asien belegen: „Uns interessiert, wie der Student das organisiert und sich vorbereitet hat“, sagt Deutsche-Bank-Personalerin Kirn. Sich am anderen Ende der Welt einen Praktikumsplatz plus Unterkunft, Visum und möglichst auch noch das passende Stipendium zu beschaffen, erfordert persönlichen Einsatz und gute Ideen.

Und auch der Alltag in einer asiatischen Großstadt verlangt gewisse Nehmerqualitäten: „Vor Mitternacht finde ich hier selten Schlaf und morgens um fünf geht der Krach schon wieder los“, erzählt zum Beispiel Fabian Seidel. Der 25-Jährige macht derzeit ein Praktikum bei Mercedes-Benz in Seoul. Die südkoreanische Hauptstadt zählt zu den größten Metropolregionen der Welt. 18.000 Menschen drängen sich hier auf einen Quadratkilometer – mehr als viermal so viele wie in Berlin oder München. Die beengten Verhältnisse im Zentrum rauben Fabian die Nachtruhe, tagsüber fordert ihn der Job. Für den Wirtschaftsinformatiker ist die Station in Korea das erste Praktikum und damit auch der erste Kontakt mit dem Berufsleben. Den Jobstart fern der Heimat auf Englisch ganz ohne deutsche Kollegen zu meistern, war anstrengend. Doch im Gegenzug hat der Student aus Paderborn dabei eine gesunde Portion Selbstvertrauen getankt und viel über die fremde Kultur gelernt. Der Jobsuche nach dem Praktikum blickt er deshalb entspannt entgegen.

Südkorea: Ohne Sprachkenntnisse geht nichts

Gerade für angehende Ingenieure und Informatiker ist Südkorea ein spannendes Ziel. Noch in den 60er Jahren eines der ärmsten Länder der Welt, hat sich die Heimat von Technologiekonzernen wie Samsung, Hyundai, LG Electronics und Daewoo mittlerweile unter die zehn größten Exportnationen vorgearbeitet. Doch wer dort hin will, muss Pionierarbeit leisten: „Als deutscher Student bei einem koreanischen Unternehmen ein Praktikum zu bekommen, ist ohne koreanische Sprachkenntnisse fast aussichtslos“, sagt Jürgen Wöhler, Geschäftsführer der Deutsch-Koreanischen Industrie- und Handelskammer in Seoul. Selbst die Job-Offerten internationaler Unternehmen sind oft ausschließlich auf Koreanisch abgefasst, denn auch dort arbeiten überwiegend Koreaner. Bei Mercedes in Seoul stammt beispielsweise nur eine Handvoll der 280 Mitarbeiter aus Deutschland.
Wer gen Osten will, muss das strategisch einfädeln

Neben der Sprachbarriere erschweren auch unterschiedliche Arbeitskulturen die Suche nach einem Praktikum. Im asiatischen Wirtschaftsleben sind Praktika bisher kaum verbreitet. Eher gelingt der Einstieg über ein deutsches Unternehmen vor Ort. Wahllos verschickte 08/15-Anschreiben bringen allerdings niemanden ans Ziel: Mit der auf Englisch oder gar Deutsch abgefassten Initiativbewerbung eines unerfahrenen und unbekannten Menschen vom anderen Ende der Welt kann und will in den wenigsten Unternehmen jemand etwas anfangen. Wer ernsthaft nach Asien möchte, muss strategisch vorgehen.

Die Suche nach dem passenden Praktikum beginnt mit einem systematischen Marktüberblick. Als Anlaufstelle bietet sich die Website der deutschen Außenhandelskammer im Wunschland an. Ein Blick ins Mitgliederverzeichnis zeigt, welche deutschen Unternehmen vor Ort präsent sind und möglicherweise Praktika anbieten.Grundsätzlich verstehen sich die AHKs zwar nicht als studentische Arbeitsvermittlung, doch interessante, gut vorbereitete Bewerbungsunterlagen werden im Einzelfall auch mal an die richtigen Ansprechpartner in den Unternehmen weitergeleitet. Die deutsch-chinesische AHK in Shanghai betreibt sogar eine gut bestückte Online-Stellenbörse. Im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern Asiens finden sich hier auch Jobangebote und Praktika für deutsche Bewerber bei chinesischen Unternehmen. Außerdem stellen die meisten AHKs selbst regelmäßig deutsche Praktikanten ein. Gute Chancen haben vor allem Wirtschaftswissenschaftler und Juristen in höheren Semestern. Neben den AHKs fördern auch die von den Landesbanken Bayerns und Baden-Württembergs finanzierten German Centre in China, Indien, Indonesien und Singapur den wirtschaftlichen Austausch. Deren Mitarbeiter helfen deutschen Mittelständlern beim Markteintritt im jeweiligen Land. Genau wie die AHKs nehmen auch die German Centre gern deutsche Praktikanten und Trainees auf. Vor allem aber sind die Mitarbeiter bestens mit Unternehmen und Institutionen vor Ort vernetzt und wissen oft, wer Jobs zu vergeben hat. Denn persönliche Kontakte und Empfehlungen sind in Asien der Schlüssel zum Erfolg.

Persönliche Kontakte sind in Asien Trumpf

Beispielsweise verdankt Fabian Seidel – genau wie viele andere Asien-Praktikanten – seinen Platz in Seoul letztlich einem Kontakt in Deutschland. Eine Bekannte stellte für ihn die Verbindung zu einem Ansprechpartner in Korea her. „Gerade Deutsche unterschätzen oft den Einfluss und das Gewicht von persönlichen Netzwerken“, bestätigt Dirk Mussenbrock. Der Hamburger Unternehmensberater begleitet Mittelständler beim Markteintritt in China und betreibt das Deutsch-Chinesische Karriereportal Sinojobs.de. Für das internationale Netzwerken veranstaltet er bundesweit in größeren Städten China-Business-Lunches, bei denen Deutsche und Chinesen bei Snacks und Vorträgen in lockerer Runde berufliche Kontakte knüpfen können. Das Publikum ist bunt gemischt, auch Studenten mit Interesse an China sind willkommen. Selbst wenn wahrscheinlich niemand von diesen eher informellen Treffen mit einer konkreten Praktikumszusage nach Hause geht, lohnt es, Networking-Chancen zu nutzen und gezielt Kontakte aufzubauen.

Wer bereits bestimmte Unternehmen im Visier hat, sollte versuchen, vor der Bewerbung mit Personalentscheidern in den Fachabteilungen ins Gespräch zu kommen. Business-Netzwerke wie Xing und Linked­In eignen sich gut zur Recherche nach zuständigen Abteilungs- oder Projektleitern im In- und Ausland. Aber Vorsicht: Wer einfach plump nach Praktika fragt, wird abgewimmelt – „Bitte wenden Sie sich an die Personalabteilung“ – und kommt seinem Ziel kein Stück näher. Der bessere Weg: über interessante Sach- oder Karrierefragen zunächst einen persönlichen Draht aufbauen, und erst später Interesse an einem Praktikum in Asien signalisieren.

Stipendien bringen Geld und Kontakte

Den Weg ins Asienpraktikum können aber auch Stipendien und Austauschprogramme ebnen. Ein großer Vorteil ist, dass viele Programme die Reise- und Lebenshaltungskosten decken, denn asiatische Großstädte wie Tokio, Osaka oder Singapur zählen zu den teuersten Pflastern der Welt. Fast noch wertvoller ist jedoch das persönliche Netzwerk, das die Stipendiaten anzapfen können: „Meinen Praktikumsplatz habe ich über das Alumni-Netzwerk der Heinz-Nixdorf-Stiftung gefunden“, erzählt Theodor Borsche. 2010 war der Diplom-Ingenieur für sechs Monate bei Bosch in Japan. Finanziert hat er den Aufenthalt mit einem Heinz-Nixdorf-Stipendium.

Das Programm wendet sich an Absolventen und junge Berufstätige, die Praxiserfahrung in Asien sammeln möchten. Den Praktikumsplatz müssen sie sich selbst organisieren, doch bei der Suche nach Ansprechpartnern und freien Plätzen hilft der virtuelle Stipendiaten-Treff im Internet. Hier knüpfte Theodor Borsche den Kontakt zu einem deutschen Bosch-Ingenieur in Japan, der ihn in seine Abteilung holte.

Bei manchen Programmen gehört die Vermittlung von Praktikumsplätzen sogar zum Service. So unterhält die Studienstiftung des Deutschen Volkes eine weltweite Praktikums-Börse exklusiv für ihre Stipendiaten. Christian Grelle hat auf diesem Wege einen Platz bei der Allianz in Singapur gefunden. Der Wirtschaftsinformatiker war dort 2007 während seines Studiums an der Universität Münster drei Monate lang im Risikomanagement eingesetzt. Heute arbeitet er als Berater bei Deloitte. Auch die MLP-Stipendiaten müssen ihren Platz nicht selbst organisieren. Die Programmpartner schreiben rund 20 konkrete Stellen aus. In zwei Auswahlrunden mit Assessment-Center und persönlichen Interviews gilt es dann, seinen Wunschplatz zu erobern.

Darüber hinaus existieren fach- oder länderspezifische Stipendien, wie beispielsweise das Taiwan Summer Institute Programm für Technik-Studenten oder das Japan-Stipendium des Deutschen Bauernverbandes. Für jedes Programm gelten andere Bewerbungsfristen und Zulassungsvoraussetzungen. Einen ersten Überblick verschafft man sich deshalb am besten frühzeitig im Auslandsbüro der heimischen Hochschule oder auf der Webseite des DAAD.

Bei deutschen Institutionen unterkommen

Je nach Studienfach und Karriereziel kann und will nicht jeder sein Auslandspraktikum unbedingt bei einem Unternehmen absolvieren. Wer beispielsweise von einer Karriere im diplomatischen Dienst, in der Entwicklungshilfe oder im Bildungs- und Kulturbereich träumt, für den führt der Weg nach Asien eher über eine deutsche oder internationale Institution.

Das Auswärtige Amt schickt beispielsweise jährlich rund 800 Studierende in die deutschen Auslandsvertretungen weltweit. Dort arbeiten die Praktikanten zum Beispiel in der Presse- oder Kulturabteilung, schreiben Reden oder Newsletter, organisieren Veranstaltungen und dürfen auch selbst Events und Empfänge besuchen: „Für mich war es sehr interessant zu sehen, wie eine deutsche Behörde im Ausland arbeitet“, sagt Andrea Winterstetter, die 2011 in der Deutschen Botschaft in Peking eingesetzt war. Derzeit macht sie ihren Master in Internationalen Beziehungen in Wien und könnte sich gut eine Diplomaten-Karriere vorstellen. Lena König reizt es dagegen, nach dem Studium für längere Zeit als Deutsch-Lehrerin ins Ausland zu gehen. Bei ihrem Praktikum am Goethe-Institut in Vietnam hat die Germanistik-Studentin aus Freiburg gerade ausprobiert, ob ihr das Unterrichten in der Ferne auch liegt. Im Gegensatz zum Auswärtigen Amt bevorzugt das Goethe-Institut aber Bewerber, die mindestens drei Monate bleiben.

Die Praktika, die der Freiwilligendienst Kulturweit vermittelt, können ebenfalls bis zu einem Jahr dauern. Die Aufenthalte sind nicht vergütet, aber immerhin bezuschusst. Das Programm vermittelt junge Leute für ein freiwilliges Jahr im Bereich Kultur- oder Bildungspolitik an Partnerorganisationen im Ausland, darunter zum Beispiel das Deutsche Archäologische Institut oder die Deutsche UNESCO-Kommission. Die nächste Bewerbungsrunde (Ausreise im Herbst 2013) startet am 1. November 2012. Wer aufgenommen wird, erhält einen Zuschuss zu den Reisekosten plus 350 Euro monatlich für Unterkunft und Verpflegung. In einem Land wie Vietnam kommt man damit schon relativ weit – zumindest, wenn man asiatische Küche mag: „In den vielen kleinen Garküchen isst man gut und sehr günstig“, sagt Lena König.

Abenteuer Wohnungssuche

Einen Schock erleben die meisten Studenten jedoch bei der Wohnungssuche: Wie Fabian Seidel auf neun Quadratmetern wohnen, ein Vermögen ausgeben oder jeden Tag zwei bis drei Stunden zwischen Wohnung und Büro pendeln – das sind die gängigen Optionen für Wohnungssuchende in asiatischen Metropolen. Ob Hongkong oder Hanoi, Seoul oder Singapur, Taiwan oder Tokio spielt keine Rolle – Wohnraum ist knapp und teuer. „In Seoul ist es üblich, dass Vermieter eine hohe Kaution verlangen“, erzählt Fabian Seidel. Doch umgerechnet 3.000 bis 5.000 Euro „Key Money“ hat nicht jeder Student mal eben flüssig.
Der Ausweg: fragen, fragen, fragen. Wo haben die Vorgänger gewohnt und besteht vielleicht die Möglichkeit, das Zimmer zu übernehmen? Welche Hotels oder Pensionen liegen im Umkreis der Firma und sind bezahlbar? Unternehmen, die häufiger Mitarbeiter aus Deutschland für begrenzte Zeit aufnehmen, stellen oft günstige Dienstwohnungen oder organisieren Praktikanten-WGs, so zum Beispiel Bosch in Japan oder die AHK in Seoul. Viele Einheimische machen aus der Not auch eine Tugend und vermieten Zimmer kurzfristig unter, um sich eine bessere Wohnung leisten zu können. Über eine Internet-Anzeige hat zum Beispiel Andrea Winterstetter eine günstige Mitwohngelegenheit bei einer jungen Chinesin gefunden. Wer wie sie die Landessprache beherrscht, ist bei der Wohnungssuche klar im Vorteil. Auch bei Praktikanten- oder Studentenstammtischen, wie sie die internationale Gemeinde in vielen Städten organisiert, kann man sich als Asien-Neuling Tipps holen. Der internationale Kleinanzeigen-Dienst Craigslist.com listet ebenfalls Wohnungsangebote in vielen asiatischen Städten.

Tipp: Wer keine Aussichten auf ein Stipendium oder ein Praktikantengehalt hat, sollte im Zweifelsfall rechtzeitig vor der Abreise einen Bildungskredit beantragen – damit das Praktikum in Asien am Ende nicht an der Preisfrage scheitert.            

Kirstin von Elm

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