VW startet eigenes Silicon Valley in Berlin

Volkswagen will Google, Apple, Amazon & Co mit neuen digitalen Diensten und Mobilitätskonzepten die Stirn bieten. Am Berliner Alexanderplatz installiert der Autobauer jetzt sein eigenes Silicon Valley und sucht dafür IT-Fachleute, schreibt die FAZ.

Volkswagen will sich vom reinen Autobauer in ein „auch von Software getriebenes Unternehmen“ verwandeln. Der Hintergrund: Autonomes Fahren und das immer stärker vernetzte Auto brauchen Software – und die will der Konzern selbst entwickeln. Anfang Juli eröffnete VW in Berlin deshalb seinen neuen eigenen „We Campus“ als Entwicklungszentrum nahe des Alexanderplatzes. 900 Fachleute sollen hier künftig am vernetzten Auto arbeiten.

Der Wolfsburger Autobauer hofft auf neue Impulse aus der Digitalszene Berlins und setzt zugleich darauf, dass es in der Hauptstadt einfacher sein wird, IT-Spezialisten für sich zu gewinnen.  Berlin sei ein „Echtzeitlabor für innovative Mobilität“, hier werde vor dem Hintergrund der Klimakrise daran gearbeitet, Mobilitätsbedürfnisse mit Klima- und Umweltschutz in Einklang zu bringen. All das macht aus VW-Sicht die Bundeshauptstadt offensichtlich genau zu dem richtigen Ort, die Innovationen aus der Taufe zu heben, mit denen das Unternehmen internationalen Plattformen wie Apple, Google oder Amazon die Stirn bieten will.

Erste Teams arbeiten bereits an dem jüngst gestarteten Car-Sharing-Projekt für elektrische Autos namens  „We Share“ und die geplanten Lieferdienste „We Deliver“, die Ware ins Auto bringen. Geplant ist, dass im Berliner „We Campus“ sämtliche digitalen Dienste und Mobilitätsleistungen entstehen. Die IT-Spezialisten arbeiten in kleinen Teams mit einer Stärke von acht bis zehn Kollegen nach dem Zwei-Pizzen-Prinzip: Das sind maximal so viele Mitarbeiter, wie von zwei Pizzen satt werden können. Dahinter steckt der Ansatz, dass eine Teamgröße von acht bis zehn Experten ideal sein soll, um Informationen möglichst schnell auszutauschen und sich hierarchiefrei selbst zu organisieren.

Bis 2025 will VW den Eigenanteil selbst entwickelter Software, der derzeit bei etwa zehn Prozent liegt, auf 60 Prozent erhöhen. Dabei sieht sich die neue Software-Einheit von VW als Standardsetter für alle Marken und Zulieferer des Konzerns. Vorbild ist der Modulare Querbaukasten, bei dem sich sämtliche Konzernmarken von Porsche über Audi bis Skoda und Seat für die Entwicklung neuer Modelle an Bauteilen bedienen können. Schon im nächsten Jahr 2020 sollen weltweit rund 5.000 Menschen an den verschiedenen VW-Standorten an Softwareentwicklung, Konnektivität, automatisiertem Fahren und E-Commerce arbeiten. Der Berliner „We Campus“ soll hier als eine Art Kernzelle der neuen Software-Einheit von Volkswagen fungieren.

 

Quelle: FAZ

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