Breitere Einstiegschancen im Consulting

Für Unternehmensberater wie für Wirtschaftsprüfer wird der Markt enger. Deshalb versuchen sie ihre Angebotspalette stetig auszuweiten. Rein in die Full-Service-Beratung lautet zurzeit das Motto bei den Strategieberatern: Die Boston Consultings und McKinseys dieser Welt wollen sich nicht mehr auf das Abliefern von Strategieempfehlungen beschränken, sondern ihre Kundschaft auch bei der Umsetzung begleiten.

Immer häufiger bieten sie daher Dienstleistungen an wie Prozess-, Sanierungs- und IT-Beratung.  Das verlangsamte Wachstum in der Branche führt zwar dazu, dass Karrierepfade verstopft sind und es nicht mehr möglich ist, junge Leute in fünf Jahren zum Partner zu promoten. Andererseits ergeben sich aber neue Chancen. Denn durch die Ausweitung des Geschäfts auf Nischen- und Umsetzungsthemen werden plötzlich nicht mehr nur in alle Richtungen formbare Youngster benötigt, sondern auch Spezialisten für IT oder Logistik.

Der wichtigste Wettbewerber der Strategieberater sind Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die in ihren Consulting-Geschäftsbereichen stark wachsen. Genau diese Verquickung von Beratung und Prüfung allerdings missfällt der EU-Kommission sehr, die aus dem Enron-Skandal die Lehre zieht, dass Beratung und Prüfung getrennt gehören. In der Strategieberatung zu wachsen, aber über eine rechtlich getrennte Einheit, war daher wohl auch das Ziel der geplanten Übernahme des Münchner Strategieberaters Roland Berger durch Deloitte. Doch die Partner von Roland Berger erteilten der Ehe eine Absage: Sie wollen jetzt aus eigener Kraft ihre internationale Rolle ausbauen. Ausweiten will die Beratung etwa die Präsenz am amerikanischen Autostandort Detroit.  (15. Dezember 2010)

Quellen: Handelsblatt, Financial Times Deutschland

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