So arbeitet es sich für ausländische Firmen

Wie arbeitet es sich unter einem chinesischen Chef? Und wie bei den Amerikanern und Japanern? Das Handelsblatt ist diesen Fragen nachgegangen und gibt Tipps für die Arbeit in internationalen Unternehmen.

So stellen Managementtrainer fest, dass man als Mitarbeiter in einem chinesischen Unternehmen Geduld und starke Nerven braucht, weil sich die Aufgaben, Rahmenbedingungen und Ansagen gerne mal sehr schnell und wie Kai aus der Kiste ändern. Weitreichende Entscheidungen fallen mitunter deutlich schneller als hierzulande. Die hiesige Feedback-Kultur, in der Chefs Veränderungen mit ihren Mitarbeitern besprechen, ist dabei wenig verbreitet. Entscheidungen von oben muss man oft einfach schlucken können.

Auch diplomatisches Geschick ist im Umgang mit chinesischen Chefs und Kollegen dringend nötig, da Kritik und Probleme gut verpackt werden müssen, bevor man sie an den Mann bringt. Japanische Firmen sind nach wie vor vom Hierarchie- und Senioritätsprinzip beherrscht. Beim Erklimmen der Karriereleiter ist das Alter nach wie vor noch ausschlaggebender als die Leistung. Ein Unternehmen sorgt in der Regel gut für seine Mitarbeiter, erwartet aber auch absolute Loyalität. Und in Sachen Team- und Kundenpflege geht man sehr großzügig mit dem Feierabend und der Freizeit der Mitarbeiter um. Gemeinsames Karaokesingen etc. ist Pflicht.

Wer dagegen in einem US-Unternehmen arbeitet, muss ein bisschen die deutsche Gründlichkeit ablegen, um nicht als Bremsklotz zu gelten. Amerikanische Vorgesetzte analysieren und planen weniger vorab, sondern entscheiden spontan. Motto: Klappt schon irgendwie! Erst wird gemacht, dann wird geschaut, ob's passt. US-Chefs beschließen als Einzelkämpfer oft in Eigenregie, das Team wird zwar gehört, aber dann doch nicht berücksichtigt. Kritik wird in der Regel freundlich verpackt, in Verhandlungen geht es bei aller Lockerheit im Small Talk hart zur Sache. US-Mutterfirmen regieren oft stark in hiesige Niederlassungen hinein, so dass diesen wenig eigener Spielraum bleibt.

(Juni 2012) Quelle: Handelsblatt

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