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Buch des Monats: Optimismus

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Es ist gut, ein Optimist zu sein. Das findet nicht nur Jens Weidner, Autor, Management-Trainer und Vorstandsmitglied im „Wirtschafts-Club der Optimisten“. Weltweite Studien belegen, dass Optimisten zufriedener, glücklicher, hoffnungsvoller und erfolgreicher durchs Leben gehen. Und wer wollte das nicht? Doch wie wird man nun zum Optimisten? Jens Weidner meint, das könne man lernen, man müsse allerdings das Richtige dafür tun.

Bevor es ans Üben geht, befasst sich sein Ratgeber aber erst einmal mit der Theorie und den Grundlagen: Was ist Optimismus eigentlich? Und warum sind auch Pessimisten hilfreich? Im Leben, in der Karriere, im Management.

Danach folgt ein Test mit 50 Fragen, der klären soll, welcher Optimismustyp man eigentlich ist. Laut Weidner und einer Studie des Rheingold-Instituts gibt es derer nämlich fünf: den Zweck-Optimisten, den naiven Optimisten, den heimlichen, den altruistischen und den Best-of-Optimisten.

Der Test selbst überfordert einen stellenweise ein bisschen, weil man über viele Fragen einfach noch nie nachdenken musste – wie etwa „Zählen Pessimisten zu Ihren Hauptfeindbildern?“ – Häh? In der Folge ist man nicht sicher, ob man dem Testergebnis wirklich trauen sollte. Das ist aber nicht weiter tragisch, denn die nachfolgende genauere Beschreibung der einzelnen Optimismus-Typen bringt Licht ins Dunkel. Die Typen sind so praxisnah erläutert, dass der Leser spätestens an dieser Stelle erkennt, wie er selber tickt. Jeder wird sich in dem einen oder anderen Typen wiederfinden.

Diese Selbsterkenntnis ist für einen selbst vielleicht ganz nützlich, sie wird im weiteren Verlauf des Buches aber nicht mehr groß thematisiert und weiterverfolgt. Das verwundert ein wenig. Stattdessen geht es damit weiter, welche Faktoren allgemein Optimismus fördern – zum Beispiel Lebenslanges Lernen oder Delegieren  – und wie man sich die richtigen Einstellungen zulegt.

Spannend wird es nochmal am Ende des Buches mit den 25 Praxistipps zu der Frage: Wir werde ich ein optimistischer Mensch? Eine hübsche Idee zum Beispiel: persönliche Erfolge mit dauerhaften Faktoren – gute Gene – zu erklären und Misserfolge auf einmalige, unglückliche Konstellationen zu schieben. Oder der Rat, sich so oft wie möglich von destruktiven Menschen oder Orten fernzuhalten, weil sie einen nur runterziehen. Das kann tatsächlich funktionieren.

Fazit: Ein Optimismus-Ratgeber mit Höhen und Tiefen. Manche Stellen ziehen sich, die Praxisteile entschädigen aber mit durchaus nützlichen Ideen und Tipps, um die Welt ein bisschen optimistischer zu nehmen.

Info: Optimismus – Warum manche weiter kommen als andere. Jens Weidner, Campus Verlag, Frankfurt/M., 2017, 218 Seiten, 19,95 Euro.

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