Siemens wird radikal umgebaut – Stellenabbau inklusive

Siemens strukturiert sich mal wieder um – und zwar gewaltig. Konzernchef Joe Kaeser (Bild) stutzt die Sektoren Medizintechnik und Schwerindustrie und will das Unternehmen mit Bereichen wie Digitalisierung und Energietechnik zukunftsfest machen.

„Die Siemens AG wird sich künftig entlang der Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung aufstellen“, hieß es in einer Mitteilung des Konzerns.

Konkret heißt das: Die bisherige Einteilung in die vier Sektoren Energie, Industrie, Medizintechnik sowie Infrastruktur und Städte gibt es ab Oktober nicht mehr. Außerdem schrumpfen die bisher 16 Divisionen auf neun zusammen. Für die Hörgeräte-Sparte plant Siemens nun einen Börsengang. Die restliche Medizintechnik bleibt zwar im Konzern, soll aber von Oktober an eigenständig außerhalb der neun Divisionen geführt werden und damit unabhängig vom Organisationsaufbau des restlichen Konzerns sein. Um den Energiebereich zu stärken hat das Münchner Unternehmen schließlich das Gasturbinen- und Kompressorengeschäfts vom Flugzeugtriebwerkhersteller Rolls-Royce zugekauft.

Kaesers Ziel ist, das Unternehmen schlanker und schlagkräftiger und so fit für den Wettbewerb zu machen – vor allem mit dem US-Rivalen General Electric. Mit diesem liefern sich die Münchener derzeit auch ein Bietergefecht um den französischen Konkurrenten Alstom.
Die Neuordnung soll bares Geld sparen: Weil etwa Bereiche wie Personalwesen oder Kommunikation dann gestrafft und zentral geführt werden können, sollen die Kosten bis Herbst 2016 um eine Milliarde Euro sinken. Die bittere Pille schlucken die Angestellten. Nach letzten Presseberichten könnten dem Umbau rund 11.600 Arbeitsplätze zum Opfer fallen. Am härtesten dürfte es den weltweit größten Siemens-Standort in Erlangen treffen, von wo aus das Unternehmen sein Industrie- und Energiegeschäft sowie die Medizintechnik-Sparte steuert. Das Energiegeschäft soll künftig von den USA aus geführt werden.
Quellen: Handelsblatt, Wirtschaftswoche, Zeit Online, Tagesschau.de