Qimonda gibt Speicherchips auf

4. November 2008 - Der Chiphersteller Qimonda will sich aus dem verlustreichen Geschäft mit Speicherchips (DRAM) zurückziehen. Im Zuge der Neuausrichtung sollen 3.000 von 14.000 Jobs weltweit wegfallen.

Die Infineon-Speicherchiptochter will sich in Zukunft vor allem auf Produkte für Großrechner und Grafikkarten konzentrieren. Die Produktion im US-amerikanischen Richmond und Teile der Chipbearbeitung in Dresden sollen aufgegeben werden. Dadurch werden allein im Dresdner Werk 950 von 3.400 Jobs wegfallen und in München 550. In den USA werden 1.500 Arbeitsplätze abgebaut. Ein Grund für die schwere Krise, in der sich Qimonda seit über einem Jahr befindet, ist der Preisverfall im DRAM-Geschäft: Überkapazitäten auf dem Weltmarkt führen dazu, dass die Preise derzeit unter den Herstellungskosten liegen. Allein im zweiten Quartal 2008 fuhr Qimonda bei einem Umsatz von 384 Millionen Euro einen Verlust von 401 Millionen Euro ein. Infineon hält noch 77,5 Prozent an Qimonda, will die defizitäre Tochter aber so schnell wie möglich loswerden. Die Finanzmarktkrise erschwert dieses Vorhaben jedoch zurzeit.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

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