Master-Plätze hart umkämpft

6. Juli 2009 - Mit der Einführung von Bachelor und Master sollte der Wettbewerb der Unis um die besten Bachelor-Absolventen gefördert werden. Das Gegenteil sei jedoch der Fall, berichtet das Handelsblatt.

Die Studenten buhlten um die raren Master-Plätze. So verlasse in diesem Jahr erstmals eine nennenswerte Anzahl von Bachelor-Absolventen die Hochschulen. Von ihnen wollten aber europaweit drei Viertel noch einen Master draufsatteln, ermittelte eine Studie der EU-Kommission. Bei den Master-Studiengängen der BWL-Fakultäten, schreibt die Zeitung, werde es aber zum Beispiel schon eng: Die großen deutschen Unis melden im Schnitt sieben bis acht Bewerber pro Studienplatz. Die Folge: An fast allen Unis wird ein Bachelor-Schnitt von 2,5 oder besser verlangt, hinzu kommen fast immer ein Englisch-Sprachtest oder Empfehlungs- und Motivationsschreiben. Dabei kann eine zu starke Spezialisierung im Bachelor-Studium zusätzlich hinderlich werden. An der Freien Universität Berlin wird zum Beispiel eine sehr breite Vorbildung für das Master-Studium verlangt. Eine Bewerbung mit einem sehr „spitzen“ Bachelor wird da problematisch.

Auch der Anspruch, das neue System solle den Uni-Wechsel erleichtern, wird nicht eingelöst, wie erste Zahlen zeigen: Studien zeigten, dass die Mobilität der Studenten zwischen den Hochschulen sogar um 40 Prozent gesunken sei, sagt Sönke Albers, Professor an der Uni Kiel.

Quellen: Handelsblatt, Süddeutsche Zeitung

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