Wirtschaftsprüfer spüren keine Krise

Die deutsche Industrie schwächelt – und sucht Rat bei Wirtschaftsprüfern, Anwälten und Steuerberatern. Weil deren Geschäft brummt, will jeder vierte Arbeitgeber aus der Beraterzunft neues Personal einstellen, schreibt das Handelsblatt.

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Seit im Sommer 2018 erste Rezessionswolken am Himmel aufzogen, feilt die deutsche Industrie an Spar- und Restrukturierungsprogrammen. Viele Unternehmen können oder wollen das jedoch nicht alleine durchziehen. Sie holen sich Rat bei Wirtschaftsprüfern, Anwälten und Steuerberatern, die in den vergangenen Jahren ihre Beratungssparten kräftig ausgebaut haben. Die Nachfrage beflügelt das Geschäft der Ratgeber. Die Stimmung in der Branche liegt auf Rekordniveau. Jede dritte Beratungsgesellschaft will die gute Lage für Preiserhöhungen ausnutzen. Mehr sogar: Jede vierte plant in den kommenden Monaten neue Mitarbeiter einzustellen, wie das aktuelle ifo-Beraterklima belegt.

Gerade die Wirtschaftsprüfer erwarten weiteres Wachstum vor allem in den Bereichen Compliance und Governance. Die Nachfrage nach Risikomanagementsystemen steigt. Auch das Thema Nachhaltigkeit verspricht mehr Geschäft, da die Unternehmen zunehmend von Anlegern und Konsumenten Druck bekommen, sich hier weiterzuentwickeln.

Trotz Konjunktureintrübung stehen in der Beraterbranche die Zeichen nach wie vor auf Wachstum. Das bedeutet für Berufseinsteiger und Jobwechsler weiterhin gute Karrierechancen. Wer hier auf der Suche nach einer (Neu-) Anstellung ist, sollte sich jedoch gut überlegen, bei wem er sich bewirbt. Denn der Konzentrationsprozess in der Wirtschaftsprüfer- und Steuerberaterbranche schreitet weiter voran. Tatsache ist, dass vor allem die großen Namen, allen voran die Big Four, Deloitte, EY, KPMG und PwC, weit überdurchschnittlich wachsen. Interessante Karrierechancen ergeben sich aber auch bei den sogenannten Next Ten, die – wenn auch mit weitem Abstand – auf die Big Four folgen. BDO als Nummer fünf im deutschen Markt setzte 2018 241 Millionen Euro (+ acht Prozent) um und beeindruckte mit einem starken Ausbau der Beratungssparte sowie dem Gewinn namhafter Prüfmandate. Dicht darauf folgen Rödl & Partner, Warth & Klein Grant Thornton, Mazars und vor allem Ebner Stolz. Ebner Stolz überschritt erst kürzlich die 200-Millionen-Euro-Umsatzgrenze und hat weitere ehrgeizige Pläne: Das Beratungs-Haus strebt jetzt einen Umsatz jenseits von 300 Millionen Euro an und plant daher eine Stellenoffensive.

 

Quellen: Handelsblatt, 2. Juli 2019, Printausgabe S.11, FAZ, 18. Juli 2019, Printausgabe S.20, Finance Magazin, 19. Juli 2019Finance Magazin, 11. Juli 2019

 

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