Weltgrößte Wasserstoffanlage in Hamburg geplant

Ein wichtiger Baustein für eine klimaneutrale Wirtschaft ist Wasserstoff. Jetzt plant Hamburg die weltgrößte Elektrolyse-anlage – und der Bund fördert bundesweit 20 „Reallabore“.

Jeder will die Energiewende. Doch das Setzen auf Strom etwa mit der Elektromobilität hat einen entscheidenden Nachteil: Sie scheitert an den fehlenden Speichermöglichkeiten für Strom. Eine Alternative, um vor allem die Wirtschaft klimaneutral zu machen, ist die Gewinnung von Wasserstoff aus Ökostrom. Jetzt macht die Stadt Hamburg einen Vorstoß: Die Hansestadt plant die weltgrößte Anlage für Wasserstoff-Elektrolyse in ihrem Hafen.

Noch 2019 soll die finale Entscheidung für den Bau fallen, Gespräche mit Investoren und potenziellen Kunden sind schon weit fortgeschritten. Geplant ist eine 100-Megawatt-Anlage, das Zehnfache der aktuell größten Betriebsstätten. Nach Angaben des Anlagenbauers Siemens könnte die neue Anlage pro Stunde rund zwei Tonnen Wasserstoff produzieren. Damit könnten zum Beispiel Pkw 250.000 Kilometer weit fahren (mit entsprechender Brennstoffzelle), bei Lkw sind es 25.000 Kilometer. Nutzen könnte den Wasserstoff auch die rund um den Hafen angesiedelte Industrie, der erforderliche Ökostrom käme als überschüssige Energie aus Windkraft- und Solaranlagen. Hamburg könnte damit zu einer der Hauptbeschäftigungsstätten werden für Ingenieure und Techniker, die sich für eine klimaneutrale Energieversorgung engagieren möchten.

Aufsatteln könnte das geplante Leuchtturm-Projekt auf eine gemeinsame Wasserstoff-Strategie der Nordländer, die bereits in Arbeit ist. Auch der Bund arbeitet an einer übergreifenden Strategie. Im Juli 2019 hatte das Bundeswirtschaftsministerium bereits verkündet, dass es bundesweit 20 Einrichtungen plant, in denen diese Zukunftstechnologie erforscht werden soll. 100 Millionen Euro will es dafür jährlich an Fördermitteln zur Verfügung stellen, als Standorte sind unter anderem die bisherigen Braunkohlereviere in der Lausitz und dem Rheinland.

 

Quellen: Spiegel, Kölner Stadt-Anzeiger, Handelsblatt

Pixabay

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