Studium absetzen: Leider bleibt alles beim Alten

Seit Jahren schwelte der Streit, ob alle Studenten und Azubis die Ausgaben für Studium und Lehre komplett von der Steuer absetzen dürfen. Nun urteilte das Bundesverfassungsgericht endgültig.

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Seit 2004 galt die Regelung: Die Kosten für eine Erstausbildung in Studium oder Lehre – also das erste berufliche Lernen nach dem Schulabschluss – lassen sich als Sonderausgaben in der Steuererklärung absetzen. Allerdings nur in dem Jahr, in dem die Kosten anfallen, und nur begrenzt, aktuell bis 6.000 Euro.

Für eine Zweitausbildung – zum Beispiel der Master nach dem Bachelor oder ein Studium nach einer Lehre – gilt dagegen, dass die Ausgaben als Werbungskosten geltend gemacht werden können: in unbegrenzter Höhe und transportierbar in Folgejahre. Das führt dazu, dass ein Absolvent einer Zweitausbildung in den ersten Berufsjahren deutlich Steuern spart, solange, bis die Werbungskosten „aufgebraucht“ sind.

Durch diese Regelung fühlten sich mehrere Erststudenten so benachteiligt, dass sie klagten und der Fall schließlich über den Bundesfinanzhof vor dem Bundesverfassungsgericht landete. Die Karlsruher Richter urteilten nun (u.a. Az. 2BvL 22/14): Die unterschiedliche Behandlung verstößt nicht gegen das Grundgesetz, und alles darf so bleiben wie es ist.

Zur Begründung heißt es, dass eine Erstausbildung einen anderen Zweck verfolge als eine Zweitausbildung. Es gehe nicht nur um berufliches Wissen, sondern „präge in einem umfassenderen Sinne“ über eine reine Berufsausrichtung hinaus, zitiert die Wirtschaftswoche.

In einem der Verfahren hatte ein Pilot wegen seiner 70.000 Euro-Ausbildung geklagt. Diese hänge, so erkannten die Richter laut dem Magazin an, schon eng mit einem Beruf zusammen. Weil diese Konstellation aber eher eine Ausnahme ist, dürfe der Gesetzgeber sie vernachlässigen.

Unterm Strich heißt das für Studierende wie Auszubildende: Es bleibt leider alles beim Alten.

 

Quelle: Wirtschaftswoche