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Prüfgiganten im Recruiting-Modus

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Die Big Four der Wirtschaftsprüfung wachsen kräftig und stocken Personal auf. Zusammen haben PwC, EY, KPMG und Deloitte rund 4.000 Stellen ausgeschrieben.

Seit Jahren sind die großen Prüfungs- und Beratungsgiganten PwC, EY, KPMG und Deloitte nun schon im ungebremsten Wachstumsmodus. Die Wirtschaft brummt. Viele Unternehmen müssen ihre Geschäftsmodelle und -prozesse digitalisieren und haben deshalb enormen Beratungsbedarf. Rat und Unterstützung holen sie sich auch von den Big Four, die in ihren Consultingsparten rasant zulegen und bessere Umsatzzuwächse als der Durchschnitt der Wirtschaftsprüferfirmen erzielen.

Das belegen die aktuellen Zahlen von PwC, EY und Deloitte, aber auch deren Prognosen für das kommende Jahr. Die Recruiting-Abteilungen der WP-Giganten haben viel zu tun: Sie suchen händeringend Berater, Juristen und Wirtschaftsprüfer, aber auch IT-Spezialisten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es Absolventen, Neu- oder Quereinsteiger oder erfahrene Spezialisten sind.

Marktführer PwC etwa legte im abgelaufenen Geschäftsjahr (zum 30. Juni 2018) ein Plus von 5,4 Prozent auf 2,166 Milliarden Euro Umsatz vor, den die rund 11.000 Mitarbeiter erzielt haben. Aktuell sucht der Marktführer rund 750 Fachleute, die die Beratungssparte, die Wirtschaftsprüfung und die IT-Abteilungen verstärken sollen, um die Zielvorgaben – ein Wachstum im hohen einstelligen Bereich – umzusetzen. „Wir wollen mit Augenmaß wachsen und die Leute, die wir haben, nachhaltig beschäftigten“, verspricht PwC-Deutschlandchef Ulrich Störk im Handelsblatt.

Wachstumsriese unter den Big Four ist die Nummer vier im deutschen Markt, Deloitte. Mit einem Plus von 18 Prozent schnellte das Haus auf einen Umsatz von 1,465 Milliarden Euro hoch und setzt dabei doppelt so viel in der Beratungssparte um wie im eigentlichen Kerngeschäft, der Wirtschaftsprüfung. Deutschland-Chef Martin Plendl: „Unser klares Ziel ist es, 2020 nicht mehr Nummer vier, sondern auf dem Weg zum Marktführer zu sein“, verkündetet er in der FAZ und will daher zwei- bis dreimal so schnell wachsen wie der Markt. Das will er mit dem lukrativeren Beratungszweig schaffen und sucht daher für diese Sparte aktuell allein fast 400 Fachkräfte vom Berater bis zum IT-Spezialisten, 930 Stellen sind insgesamt ausgeschrieben.

EY kommt als deutsche Nummer zwei mit einem Umsatzplus von 7,7 Prozent auf 2,041 Milliarden Euro immer näher an Marktführer PwC heran. Wachstumstreiber waren die Unternehmens- und Transaktionsberatung, aber auch die Wirtschaftsprüfung. Ab 2020 darf EY die Bücher der Deutschen Bank prüfen und übernimmt damit das lukrativste Mandat, für das Noch-Prüfer KPMG 73 Millionen Euro in Rechnung stellte. Rund 10.000 Mitarbeiter hat EY und knapp 1.700 Stellen aktuell ausgeschrieben.

Als einziger unter den Big Four hat KPMG noch keine Zahlen vorgelegt, das soll im Dezember erfolgen. Fest steht nur, dass auch die Nummer drei an Umsatz zulegt und das Team von derzeit rund 10.700 Mitarbeitern verstärken will. Knapp 280 Stellen für Berufserfahrene listet KPMG bundesweit für seine 20 Standorte auf, gut 470 Stellen sind für Neueinsteiger.

 

Quellen: Finance Magazin; Handelsblatt 23. Oktober 2018; Handelsblatt 29. Oktober 2018; FAZ, 10. Oktober 2018, Printausgabe Seite 18