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Mächtige Meckies

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Jeder fünfte Dax-Chef begann seine Karriere als Unternehmensberater. Besonders mächtig ist McKinsey: Mit ihrem Netzwerk von 30.000 Ex-Meckies spielen sich die amtierenden und Ex-Strategieberater die Bälle gegenseitig zu, schreibt die FAZ.

In Deutschland arbeiten 1.700 Berater für McKinsey. Trotzdem will die Strategieberatung auch im Jahr 2018 wieder 400 Nachwuchsberater einstellen – weil die Fluktuation enorm ist. Das liegt am „Up-Or-Out-Prinzip“: Wer nicht innerhalb einer bestimmten Zeit die Karriereleiter emporklimmt, muss gehen. Viele der Abgänger sind anschließend jedoch in der Wirtschaft, aber auch in der Politik willkommen und machen dort Karriere. Allein vier aktuelle Dax-Chefs begannen ihren Berufsweg als Meckie ebenso wie Abgeordnete bei der CDU und den Linken, der Google-Chef Sundar Pichai, Facebook-Managerin Sheryl Sandberg sowie die Präsidententochter Chelsea Clinton.

Auf diese Art und Weise hat sich McKinsey ein riesiges Netzwerk aufgebaut. Mehr als 30.000 ehemalige Berater weltweit gehören zum Alumni-Club und bilden das größte Netzwerk ehemaliger Strategieberater, das jährlich um 1.000 Kontakte wächst. McKinsey feiert sich als einflussreichstes Beratungsunternehmen der Welt. Rund zehn Milliarden Dollar setzt McKinsey mittlerweile im Jahr weltweit um: Dabei gehen die Berater bei fast allen großen Konzernen ein und aus und treffen immer wieder auf „Ex-McKinsey-Kollegen“. Das Netzwerk macht kein Geheimnis aus seinem Einfluss. Sie „spielen sich die Bälle offen zu“, zitiert die FAZ den Ökonomen und Beratungsexperten Dietmar Fink.

Nicht allen ist dieses Netzwerk geheuer. Vor allem bei Arbeitnehmern hat McKinsey einen schlechten Ruf, weil deren Auftreten meist mit Arbeitsplatzstreichungen verbunden ist. Wehren können sich die Mitarbeiter, aber auch die Manager in der mittleren Führungsebene nicht. Die Berater kommen mit dem Wissen, dass sie die Rückendeckung vom obersten Chef haben.

Die obersten Bosse wiederum nutzen McKinsey, um mit der eigenen Angst klarzukommen, so die FAZ. Denn die Digitalisierung setzt auch die Konzernspitze unter Druck, weil zurzeit viele der Geschäftsmodelle unter die Räder kommen. Auf der Suche nach neuen digitalen Geschäftskonzepten setzen sie auf den analytischen Verstand der Berater. Das lassen sich die Konzernchefs etwas kosten, denn ein Beratertag kostet zwischen 2.800 und 3.200 Euro, Spezialisten nehmen sogar deutlich mehr.

Quelle: FAZ

 

 

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