Lernspiele sind Wachstumsmarkt

Eine Studie von PwC prognostiziert: Der Markt für Lernspiele wächst in Deutschland bis 2023 jährlich um 19 Prozent – und damit stärker als die Gamingbranche, schreibt die FAZ.

Pixabay

„Serious Games“ oder zu deutsche ernsthafte Spiele nennt sich der Zweig innerhalb der Videospielbranche, dem eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft PwC ein rasantes Wachstum zuschreibt. Bis 2023 soll der Markt jährlich um 19 Prozent auf dann 370 Millionen Dollar Umsatz allein in Deutschland wachsen. Bei solchen Spielen kann es zum Beispiel darum gehen, dass Audi seine Mitarbeiter in der Wartung von Batterien für Elektroautos schult oder dass Parkinson-Kranke oder demente Senioren ihre motorischen und kognitiven Fähigkeiten spielerisch trainieren.

Jobchancen bei IT- und Spiele-Entwicklern
Für IT-Spezialisten, Software- und Spieleentwickler ist das eine Chance, in einem wenig beachteten Zweig durchzustarten. Denn in diesem Markt tummeln sich nicht nur spezialisierte IT-Schmieden, sondern auch die großen Spiele-Firmen. Europas größter Spiele-Entwickler etwa, der französische Konzern Ubisoft, hat mit seiner „Discovery Tour“ einen Ableger des populären Abenteuerspiels „Assassin’s Creed“ geschaffen, bei dem die Spieler virtuell ohne Kämpfe das antike Griechenland und Ägypten erkunden. Selbst bei Lehrern hat dieser attraktive Geschichtsunterricht viele Anhänger gewonnen.

Effektiver lernen durch Spiele
Gemessen am Gesamtumsatz von vier Milliarden US-Dollar ist der Markt zwar klein, aber zugleich auch schwer erfassbar. Denn neben populären Spielen für die Aus- und Weiterbildung, die Therapie von Krankheiten und das Lernen entstehen viele Serious Games exklusiv für Unternehmen, die nur intern eingesetzt werden. Die Ergebnisse sind überzeugend: Laut PwC melden neun von zehn Personalverantwortlichen, dass sie durch den Einsatz von Spielen eine Verbesserung der Lernleistung empfanden – und drei von vier Vorgesetzten eine Steigerung der Lernmotivation feststellten. Klar ist, dass der Videospielmarkt auch künftig von den klassischen Spielen dominiert wird. Aber Serious Games sind vor allem für die Entwickler interessant, die in der Spieleentwicklung einen Bildungsauftrag sehen und damit gerne junge Zielgruppen abholen möchten.

 

Quelle: FAZ, 9. Juli 2020, Printausgabe Seite 18