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Fragwürdige Beratung von McKinsey

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Der Politikwissenschaftler Maximilian Pichl hat sich McKinseys Ratschläge für das BAMF angeschaut. Sein Urteil: Sie sind die Millionenhonorare nicht wert, schreibt die Wirtschaftswoche.

Mit Politikberatung lässt sich gutes Geld verdienen. Bis 2020 gibt der Bund bis zu 56,4 Millionen Euro an Beratungshonoraren aus. Ausgeschrieben waren davon nur 21 Millionen Euro. Den Löwenanteil mit rund 47 Millionen Euro kassiert die Unternehmensberatung McKinsey. Die fließen unter anderem für Studien und Auswertungen für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, kurz BAMF.

Die Wirtschaftswoche ließ die Studie „Rückkehr – Prozesse und Optimierungspotentiale“, die den Bund allein 1,86 Millionen Euro kostete, und eine 1,18 Millionen teure Auswertung der Integrationskurse vom Politikwissenschaftler Maximilian Pichl analysieren. „Ein Großteil dessen, was McKinsey schreibt, ist vollkommen banal“, zitiert die Wirtschaftswoche Pichl, der an der Universität Kassel zur Flüchtlingspolitik forscht. „Da werden über Seiten Zahlen, Statistiken und Verfahrensabläufe ausgebreitet, die bereits bekannt sind – etwa das Dublin-Verfahren.“ Und er ist überzeugt, dass die Beratungsleistung das Geld „ganz sicher nicht“ wert ist. McKinsey sieht das freilich anders und hält es für angemessen, die Ausgangslage umfassend, verständlich und korrekt zu beschreiben. Allerdings, so schreibt die Wiwo weiter, stellt sich bei Tagessätzen von mehr als 2.000 Euro pro Mitarbeiter die Frage, ob der Staat hier Steuergelder auf angemessene Weise investiert. „Universitäten erarbeiten für deutlich weniger Geld seriöses Wissen“, sagt Pichl.

Quelle: Wirtschaftswoche

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