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Fit für die neue Werbewelt

Unternehmen + Branchen Karriere als ITler

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Die klassische Werbeagentur ist tot. Jetzt geben in der Branche Digitalexperten den Ton an, schreibt das Handelsblatt.

Die Werbebranche durchlebt seit 15 Jahren einen Umbruch nach dem anderen, die Zeiten von Werbefilmen, Radiospots und Anzeigenmotiven sind vorbei. Grund ist die Digitalisierung. Sie brachte zunächst das Suchmaschinenmarketing: Wer am meisten Werbegeld in die Hand nahm, landete bei Suchanfragen weit oben in der Liste. Anschließend kamen die sozialen Medien mit Facebook, Instragram & Co. Die Werbebranche musste neue Fertigkeiten entwickeln: Schnelligkeit statt Schönheit, Flapsigkeit statt Feinsinn, schreibt das Handelsblatt.

Wie Werbung heute geht, macht mittlerweile die Online-Plattform Amazon vor. Sie registriert nicht nur das Kaufinteresse, sondern weiß auch dank ausgeklügelter Datenanalysen, was letztendlich zur Kaufentscheidung des Kunden geführt hat. Das spürt die Branche, investieren doch die Unternehmen immer größere Budgets in E-Commerce-Werbung, weil sie dort direkt auf Kaufinteresse stoßen. Rund 100 Milliarden zusätzliche US-Dollar sollen laut Studien in den nächsten zehn Jahren in diese Werbeform fließen. Daher braucht die Werbebranche dringend Datenanalysten, die die richtigen Schlüsse aus den Datenströmen ziehen, wenn sie überleben will.

Denn die Konkurrenz wächst – und zwar eine, die richtig kompetent ist: Mittlerweile bauen Unternehmen wie Amazon und Zalando eigene Kreativabteilungen auf, Facebook und Google verhandeln direkt mit Werbetreibenden. Und Unternehmensberatungen wie Accenture, McKinsey oder BCG haben Digitalabteilungen gegründet und Werbeagenturen wie Sinner-Schrader gekauft.

Wer Ambitionen in der Werbewirtschaft hat, kommt um das einschlägige Know-how rund um Datenanalysen nicht mehr herum. Und schon steht der nächste Umbruch in den Startlöchern. Suchanfragen nach bestimmten Produkten werden künftig nicht mehr in den PC oder das mobile Endgerät éingetippt, sondern künftig übernehmen sprachgesteuerte Helfer wie Alexa die Suche – und kaum ein Kunde wird sich eine komplette Liste der Ergebnisse anhören. „Marken“, schreibt  das Handelsblatt, „können bei der Reduzierung auf den Hörsinn viel schwieriger zu den Menschen durchdringen.“

Für die Werbeindustrie ist das aber eine neue Chance – genauso wie für junge Talente, sich in diesen Prozess einzubringen. Schließlich gibt es auch noch immer das Bewegtbild – also Video. Diese Werbeform, so schätzen Experten, wird bis 2021 doppelt so schnell wachsen wie andere Display-Formen im Internet.

Quellen: Handelsblatt, 19. Dezember 2018, Printausgabe Seite 18; Handelsblatt, 20. Dezember 2018, Printausgabe Seite 26