Durststrecke für deutsche Roboterbauer

Eine schwächelnde Autoindustrie und gesättigte Handymärkte bescheren den deutschen Roboterbauern kräftige Rückgänge. Weil Kleinroboter den Rückgang noch nicht kompensieren können, geht es erst 2021 wieder aufwärts, schreibt die FAZ.

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Nach zehn Jahren ungebremsten Wachstums muss sich die deutsche Roboterindustrie erstmals auf einen deutlichen Umsatzrückgang einstellen. Auf ein Minus von fünf Prozent dürfte die 320 Mitgliedsunternehmen der Sparte Robotik und Automation im  Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) zukommen, gleich zehn Prozent Minus sollen es 2020 werden.

Ganz unschuldig ist die Branche nicht an dieser Entwicklung. Zulange hat sie sich auf Industrieroboter konzentriert. Doch weil die Autoindustrie noch nicht so recht weiß, wie sich ihre Märkte technologisch entwickeln, spart sie bei den Investitionen. Weil gleichzeitig auch die asiatischen Handymärkte eine gewisse Sättigung zeigen, fällt auch ein zweiter Hauptkunde aus.

Der Fehler der deutschen Roboterbauer: Sie haben die Entwicklung bei kleinen Robotern, den sogenannten Cobots, zu lange Start-ups überlassen und sind erst spät auf diesen Zug aufgesprungen. Allerdings gilt auch, dass diese Cobots noch keine schlechte Bilanz retten können, schreibt die FAZ: Von den 2018 weltweit installierten 420.000 Industrierobotern waren gerade mal drei Prozent Cobots.

Das dürfte sich aber schnell ändern. Ihre Bedeutung nimmt schnell zu – ebenso wie die Branche ab 2022 wieder auf Wachstumskurs gehen dürfte. Dafür sprechen die Trends: Die Autoindustrie wird künftig auf neue und mehrere Antriebsarten setzen müssen – und das bedeutet mehr Roboter. Zugleich benötigt die Branche emissionsärmere und energieeffizientere Roboter, was auch das Geschäft befeuert. Genau hier können die deutschen Hersteller ihr Know-how einbringen. Ingenieure mit Fokus auf Roboterbau müssen sich deshalb um ihre Jobaussichten auch kurzfristig trotz Umsatzrückgängen keine Sorgen machen – noch immer herrscht Fachkräftemangel.

 

Quellen: FAZ, 22. November 2019, Printausgabe, Seite 24