Die Zeitarbeitsbranche schrumpft

Die Zahl der Zeitarbeitnehmer geht deutlich zurück. Das liegt nicht nur an den schlechten Konjunkturaussichten, sondern auch an Regularien und dem Facharbeitermangel, schreibt die Welt.

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2017 war der Höhepunkt: Rund eine Million Leiharbeiter hatte die Zeitarbeitsbranche unter Vertrag. Seitdem sind die Zahlen zurückgegangen. Im Mai 2019 zählte die Bundesagentur für Arbeit nur noch rund 747.600 Menschen in Zeitarbeitsverhältnissen. Diese Entwicklung ist nicht allein der schwächelnden Konjunktur zuschreiben.

Richtig ist, dass die Branche als Frühindikator der wirtschaftlichen Entwicklung gilt. Bleiben Aufträge aus, kürzen die Unternehmen als erstes bei den Zeitarbeitskräften. Das ist derzeit in der Tat in der Automobilindustrie, aber auch im Maschinenbau festzustellen. Trotz des starken Rückgangs kündigt sich jedoch keine schwere Krise an wie 2008. Denn ein Großteil der Zeitarbeitnehmer wird von den Unternehmen in eine Festanstellung übernommen, die sie zuvor als Leiharbeiter gebucht haben, schreibt die Welt. Das gehe aus einer Studie des Hamburger Beratungsunternehmens Company Partners hervor.

Leiharbeit ist befristet auf 18 Monate

Hintergrund ist die Novelle des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes. Das sieht zum einen eine Befristung von Zeitarbeitsstellen auf 18 Monate vor, zugleich müssen die Firmen ihre Leiharbeiter nach neun Monaten genauso hoch entlohnen wie ihre festangestellten Mitarbeiter. Beides, die Befristung und die Equal Pay-Regel, führen dazu, dass sich Zeitarbeitnehmer von den Firmen übernehmen lassen anstatt nach wenigen Monaten bei einem neuen Unternehmen zu niedrigerem Lohn neu anzufangen. Auch die Unternehmen profitieren: Sie müssen der Zeitarbeitsfirma mehr zahlen als der eigene Mitarbeiter kostet – und sie wappnen sich so gegen den Fachkräftemangel.

Weniger Stellen in Zeitarbeit, aber nicht dramatisch

In einer aktuellen Studie zur Zeitarbeit kommt die Beratungsgesellschaft PwC zu dem Schluss, dass das Marktvolumen 2019 um weitere drei Prozent zurückgehen wird. 2020 dürfte sich das Niveau wieder stabilisieren – von einer Krise wie einst 2008 könne keine Rede sein – zu dieser Erkenntnis kommt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die für ihre Analyse die Daten der Bundesagentur für Arbeit ausgewertet und 36 deutsche Zeitarbeitsfirmen ab 1 Million Euro Jahresumsatz befragt hat.

 

Quellen: PwC, Die Welt

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