Die Startup-Lüge

Wer sich nach dem Studium für den Einstieg in ein Startup und gegen eine Konzernkarriere entscheidet, tut dies aus vielen Gründen: Er will vielleicht mitgestalten, etwas Sinnvolles tun, schnell Verantwortung übernehmen. Doch das wird er dort kaum finden, sagt Buchautorin Mathilde Ramadier in einem Zeit-Interview. 

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Die 29-Jährige hat binnen fünf Jahren in einem Dutzend Berliner Startups gearbeitet und über ihre Erfahrungen nun ein Buch geschrieben („Bienvenue dans le nouveau monde“). Ihr Vorwurf: Start-ups versprechen viel, halten wenig.

Die Einstiegsvoraussetzungen für ihren ersten Job – in einem Berliner Kunst-Startup – waren deftig, so erzählt sie in dem Zeit-Beitrag: Masterabschluss, Mehrsprachigkeit, Praxis im Kunstbetrieb. Dafür gab es einen klangvollen Titel – County Manager Frankreich –, 960 Euro brutto im Monat und wenig mehr. Statt der versprochenen Reisetätigkeit waren tagein tagaus im Großraumbüro Exceltabellen zu füllen. Sie kündigte und sammelte fortan die leeren Versprechen aus den Vorstellungsgesprächen. Eine Auswahl ihrer Kritikpunkte:

> Eigenverantwortliches Arbeiten sucht man in Startups meist vergeblich. Oft bleibt es bei simpelsten Praktikantenjobs. Eigeninitiative ist von den Gründern selten gewollt, trotz des kollektiven „Du“ bleibt man als Mitarbeiter austauschbar.

> Weltverbessernde, visionäre Geschäftsideen haben die wenigsten jungen Unternehmen. Die meisten Startups machen einfach eCommerce.

> Was einem immer wieder als große Familie verkauft wird, hat wenig mit Familie zu tun. Die innige Verbundenheit geht nur so weit, bis die nächste Beurteilung ansteht – oder die Firmenpleite. Und was ist kostenlose Verpflegung wert, wenn einem die Mittagspause oder der Feierabend dazu fehlt?

Quelle: Die Zeit 

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