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Briten wollen Big Four zerschlagen

Channel Consulting

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Nach der Pleite des Bauriesen Carillion fordern Politiker in UK die Zerschlagung der Big Four. Die bereiten sich schon auf die Abspaltung von Beratung und Prüfung vor, schreibt das Handelsblatt.

Für den britischen Baukonzern Carillion kamen Bauprojekte teurer als gedacht. Sie finanzierten mit immer höheren Krediten nach, im Januar 2018 kam der finanzielle Kollaps. Gelder verbrannt, tausende von Jobs weg – und auf der Suche nach dem Schuldigen entdecken Kritiker nach der Regierung und dem Management die großen Wirtschaftsprüfer als Schuldige. Sie hatten Carillion nicht nur beraten, sondern auch deren Bücher geprüft.

Jetzt fordern Politiker wieder die Zerschlagung der Big Four: PwC, KPMG, EY und Deloitte sollen künftig Beratungs- und Prüfungsgeschäft trennen, weil weder Prüfer noch Berater unabhängig arbeiten könnten. Tatsächlich, so schreibt das Handelsblatt, rechnen die britischen Beratungs- und Prüfungsgesellschaften mit dem Schlimmsten und treffen erste Vorbereitungen für eine Trennung. Der britische KPMG-Chef Bill Michael spekulierte über eine Aufspaltung, andere über eine Abspaltung des Beratungsgeschäfts.

Neu ist das Thema nicht. Schon Anfang des Jahrtausends hatten Prüfer in den Büchern des amerikanischen Konzerns Enron und dem italienischen Lebensmittelmulti Parmalat keine Bilanzlöcher entdeckt, aber deren Consultingsparten hatten fleißig weiter beraten. Der Zusammenbruch führte dazu, dass viele große Wirtschaftsprüfer damals ihre Beratungssparten abspalteten. Doch seit in der Wirtschaftsprüfung keine großen Sprünge mehr zu machen sind, bauen die Prüfer immer stärker ihre Consultingdivisionen aus.

Auch wenn eine Regulierung der EU bestimmte Consultinggeschäfte den Big Four seitdem verbietet, bleibe immer noch genügend Spielraum für lukrative Beratung, schreibt das Handelsblatt. Der Zusammenbruch von Carillion hat die Diskussion neu aufflammen lassen und in Großbritannien jetzt die Politik auf den Plan gebracht. Sollte es zur Aufspaltung kommen, wären derzeit nur die britischen Ableger der Big Four betroffen.

Quelle: Handelsblatt