Aldi wird 101 Jahre alt und erobert Deutschlands 1a-Lagen

Mit 85 Milliarden Euro Umsatz und 12.000 Standorten ist Aldi eine globale Einzelhandelsmarke. Jetzt erobert der Discounter auch noch die 1a-Lagen in den deutschen Innenstädten, wo der Corona-Virus anderen Händlern den Garaus gemacht hat, und sorgt für neue Jobchancen.

Boris Grießhaber, Pixelio.de

Über 100 Jahre ist die Marke Aldi alt. Jetzt schließt die Unternehmensgruppe ihr Stammhaus in Essen – weil es zu klein geworden ist. In direkter Nachbarschaft des Geburtshauses der Aldi-Gründer Karl und Theo Albrecht eröffnet jedoch noch im Dezember ein neuer Standort, der mehr als doppelt so groß ist, aber die Bezeichnung Verkaufsstelle 1 weiterführen soll. Längst ist aus Aldi eine weltumspannende Einzelhandelsmarke geworden mit 85 Milliarden Euro Umsatz und 120.000 Mitarbeitern, die sich in vom Karl Albrecht geprägten Aldi Süd und von seinem Bruder Theodor geprägten Aldi Nord unterteilen.

Eroberung der Promenaden
Jetzt haben beide Discounter die Innenstädte als neue lukrative Adresse entdeckt. Scheiterte bisher der Discount-Handel in diesen 1a-Lagen am hohen Mietniveau, so steigen Aldi Nord und Aldi Süd mit den fallenden Mieten jetzt neu ein. In der Regel übernehmen sie Standorte von Textilketten, die die Innenstädte verlassen.

Riesiger Personalbedarf bei beiden Aldis
Das wirkt sich auch auf die Jobs aus – beide Discounter suchen Mitarbeiter. Bei Aldi Süd summieren sich die Jobangebote aktuell auf über 2.000, darunter rund 250 als Filialleiter bzw. deren Stellvertreter. Hinzu kommen Jobs als Manager in der Zentrale, etwa für den Einkauf oder das Supply Chain Management. Auch bei Aldi Nord ergibt sich mit aktuell knapp 1.400 Angeboten ein hoher Bedarf.

Lidl verfolgt die gleiche Strategie
Dabei ist Aldi nicht der einzige Discounter, den es zur Expansion in die Toplagen treibt. Auch der Wettbewerber Lidl hat erste Standorte bereits angemietet und sucht derzeit mehr als 20.000 neue Mitarbeiter, darunter 2.740 Verkaufsleiter und 41 Manager.

Quellen: Handelsblatt, 27.11.2020
Handelsblatt, 26.11.2020