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Branchen-News

Vertriebler: Kultur verkaufen

Foto: Pixelio/Marica Herre

Wer eine Karriere im Vertrieb oder im Marketing ansteuert, muss sich nicht unbedingt nur bei Unternehmen umschauen, die Produkte, Telefonverträge oder Versicherungen an den Mann bringen wollen. Auch Betriebe, die ein geistiges Produkt, wie etwa Opernkarten oder Museumsbesuche vertreiben, brauchen Experten, die sich um die Vermarktung kümmern.

Wie der Joballtag als Vertriebler im Kulturbereich aussehen kann, hat sich die Süddeutsche Zeitung kürzlich genauer angesehen. Die Experten rechnen beispielsweise aus, welche Eintrittspreise ihr Haus verlangen kann, sie führen Planungsgespräche, erarbeiten Kooperationen mit Reiseveranstaltern oder Zeitungen, präsentieren die Kulturhäuser auf Messen, werten Besucherprofile aus oder erarbeiten Werbekampagnen.

Wer sich für Marketing und Vertrieb im Kultursektor interessiert, schreibt die SZ, sollte trotzdem BWL-Kenntnisse und eine hohe Internet-Affinität mitbringen. Generalisten und Quereinsteiger hätten es schwerer. Das Portal kulturmanagement.net in Weimar informiert übrigens regelmäßig über Berufsmöglichkeiten im Kulturbereich. (3. Juni 2011)

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Online-Handel: Brüssel droht mit europaweitem Lieferzwang

Online-Versendern und solchen, die eine Selbstständigkeit im Internethandel planen, droht aus Brüssel eine Stolperfalle. Denn die EU hat eine neue Richtlinie vorgelegt, nach der Händler zukünftig dazu gezwungen werden sollen, auch gegen ihren Willen ihre Waren in allen 27 EU-Staaten anzubieten.

"Dann müssten sie die Verbraucherrechte in 27 Ländern beherrschen und sich der Gefahr aussetzen, zum Beispiel in Polen oder Malta verklagt zu werden", zitiert die Financial Times Deutschland den Rechtsexperten des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) Christian Groß. Der Vorschlag des federführenden Binnenmarktausschusses des EU-Parlaments im Rahmen der Verhandlungen zur Verbrauchervertragsrichtlinie dürfte vor allem kleineren Händlern Probleme bescheren, die sie - sollten Europäischer Rat und EU-Kommission dem Vorhaben tatsächlich zustimmen - gar nicht lösen könnten, urteilt DIHK-Jurist Groß. Wer nach Rumänien liefere, müsse dort zum Beispiel einen Kundendienst vorhalten. Neben dem Sprachproblem müssten auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) so ausgestaltet sein, dass sie allen Ländern entsprächen. Ist das nicht der Fall, würden rechtliche Abmahnungen drohen. DIHK und Bundesjustizministerium setzen sich zurzeit für eine Änderung des EU-Entwurfs ein. (4. April 2011)

Quelle: Financial Times Deutschland

Tengelmann: Vier Millionen Euro für Food-Lieferdienst

Der Lebensmittelhändler Tengelmann, Holtzbrinck Ventures und Team Europe Ventures wollen zusammen rund vier Millionen Euro in die Lieferdienst Internetplattform Lieferheld stecken, meldet die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Das Ziel: Lieferheld soll eine der zentralen Marken und Anlaufstellen im Internet werden, über die Kunden ihre Fertiggerichte bei Restaurants oder Fast-Food-Lieferdiensten ordern. Dabei liefert das Unternehmen die Lebensmittel nicht selbst, sondern gibt einen Überblick über die Lieferdienste in Deutschland. Für diesen Service verlangt  Lieferheld zehn Prozent von jeder Bestellung, rund 1.000 Partner will das Unternehmen bereits in den ersten Monaten gewonnen haben.

Lieferheld-Vorstand Fabian Siegel schätzt, dass die Deutschen vor allem abends Pizzen, Schnitzel, Sushi oder Getränke im Wert von 2,5 Milliarden Euro ordern. Statt per Telefon sollen die Kunden künftig via Internet und Lieferheld ihre Bestellungen abwickeln. Langfristig plant Siegel, rund 20 Millionen Euro in den Aufbau der Marke zu stecken, sagte er der FAZ. Dabei locken schnelle Gewinne in einem noch weitgehend unbesetzten Markt, urteilen Risikokapitalgeber. Bis Jahresende will Lieferheld 5.000 Partner der insgesamt rund 12.000 Restaurants mit Lieferservice unter Vertrag haben. Bis 2014 sollen dann Gewinne zwischen acht und zehn Millionen Euro fließen. (1. April 2011)

Quelle: FAZ

Amazon: 1.000 neue Jobs in Schwaben

Der amerikanische Versandhändler plant in der Nähe von Augsburg sein erstes bayerisches Logistikzentrum. Bis Herbst sollen die Bauarbeiten am 110.000 Quadratmeter großen Gebäude fertig sein.

Danach soll das neue Zentrum rund 1.000 Mitarbeitern einen festen Arbeitsplatz sichern, in Stoßzeiten wie kurz vor Weihnachten sollen weitere 2.000 befristete Jobs hinzukommen.

Der Internethändler, der längst nicht nur Bücher, sondern auch Elektronikartikel, Spielzeug und Tiernahrung vertreibt, besitzt bereits Zentren in Leipzig, in Bad Hersfeld (Hessen) und Werne (NRW). Das bayerische Logistikzentrum soll aber nicht der einzige neue Distributionsstandort bleiben. Amazon kündigte an, auch im nordrhein-westfälischen Rheinberg einen weiteren Standort zu eröffnen. (1. April 2011)

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Chinesische Firmen in NRW suchen deutsche Experten

Viele chinesische Konzerne stellen in ihren deutschen Niederlassungen vermehrt deutsche Mitarbeiter ein. Sie haben entdeckt, dass sie hierzulande erfolgreicher sind, wenn sie auf hiesige Fachkräfte setzen, denn die deutschen Kollegen kennen den Markt einfach besser. Besonders gefragt sind Experten derzeit in Nordrhein-Westfalen.

So will etwa der Baumaschinenhersteller Sany, der sich in Köln angesiedelt hat, den Anteil seiner deutschen Mitarbeiter in den nächsten Jahren auf 80 Prozent ausdehnen. Die Telekommunikationsfirma ZTE mit Sitz in Düsseldorf will den Anteil auf über 60 Prozent erhöhen. Bei seinem Konkurrenten Huawei, der Niederlassungen in Düsseldorf, Bonn und Frankfurt hat, sind aktuell 60 Prozent der Angestellten Deutsche, bei Neueinstellungen sind es sogar 85 Prozent.

Laut der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Trade&Invest hatten 2009 etwa 660 chinesische Firmen Niederlasungen in Deutschland. Allein 220 davon waren in NRW. (7. März 2011)

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Yahoo verstärkt Vertrieb

In letzter Zeit hat der IT-Riese Yahoo eher durch Personalabbau Schlagzeilen gemacht. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagte Yahoo-Chefin Carol Bartz nun jedoch, dass es weltweit Hunderte offener Stellen gäbe, vor allem an den Entwicklungsstandorten in den USA und Indien. In Deutschland sucht Yahoo vor allem Personal für die Marketing- und Vertriebsniederlassungen. (1. März 2011)

Quelle: Süddeutsche Zeitung

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