Wo Frauen schlechter bezahlt werden als Männer

Dass es zwischen den Geschlechtern nach wie vor eine Lohnlücke gibt, ist hinreichend bekannt und schon 23.000 Mal diskutiert worden. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat nun aber mal nachgeforscht, wo die Gehaltsunterschiede größer und wo sie kleiner ausfallen – und warum. 

Ein Beitrag in der Süddeutschen zitiert dafür aus einer aktuellen Studie des DIW. Die Forscher haben darin vier Faktoren ausgemacht, die Gehaltsunterschiede – den sogenannten Gender Gap – offensichtlich begünstigen – oder eben umgekehrt verhindern. Im Idealfall achten Frauen bei der Jobsuche künftig auf solche Konstellationen und suchen entsprechend danach ihre Arbeitgeber aus:

> Faktor Arbeitszeit: Die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen fallen in Funktionen größer aus, in denen das Gehalt überdurchschnittlich mit der Arbeitszeit wachse. Etwa im Vertrieb oder in der Unternehmensorganisation und -strategie, schreibt die Zeitung mit Bezug auf die Studie. Wo zum Beispiel lange Anwesenheiten im Büro oder viele Überstunden mit zusätzlichen Prämien belohnt werden, kommen Teilzeitmitarbeiter – und damit meist Frauen – auf einen überproportional niedrigeren Stundenlohn als die Vollzeitkollegen. Umgekehrt fielen Unterschiede im Gehalt dort besonders gering aus, wo Tarifverträge Stundenlöhne unabhängig von der Arbeitszeit festlegen, etwa im öffentlichen Dienst oder in der Pflege.

> Faktor Geschlechteranteil. In Berufen mit einem ausgeglichenen Männer-Frauen-Verhältnis fällt, so die Studie, die Gehaltslücke besonders groß aus. Überraschend. Die kleinsten Unterschiede zwischen den Männer- und Frauengehältern fanden die Forscher dagegen in Jobs mit einem sehr hohen Frauenanteil.

> Faktor Anzahl Führungskräfte. Dort, wo es viele Vorgesetzte gibt, fällt die Lohnlücke statistisch größer aus als in Unternehmen mit weniger Hierarchie und Chefs.

> Faktor Privatwirtschaft: In Unternehmen mit öffentlichen Trägern regeln häufiger Tarifverträge die Gehaltslage als in Firmen der Privatwirtschaft. Deshalb fanden die Forscher in öffentlichen Unternehmen geringere Gehaltsunterschiede vor. Zudem verhandeln in der freien Wirtschaft die Mitarbeiter öfter in Eigenregie ihren Verdienst mit dem Arbeitgeber– und bei Gehaltsverhandlungen sind Frauen nach wie vor weniger beherzt und erfolgreich als ihre männlichen Kollegen.

Quelle: Süddeutsche

Pixabay

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