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Apothekensterben auf E-Rezept

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Spätestens 2020 soll das E-Rezept kommen. Die Einführung des Digitalrezepts könnte die Versandapotheken weiter stärken und das Aus für Tausende von Vor-Ort-Apotheken bedeuten, schreibt das Handelsblatt. 

Die Einführung des elektronischen Rezepts soll die Digitalisierung des Gesundheitssystems vorantreiben, so die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums. Bislang müssen Patienten, die Medikamente im Internet bestellen, noch viel Geduld mitbringen. Sie müssen ihr Papierrezept per Post an eine Onlineapotheke schicken, damit diese ihnen dann das gewünschte Medikament nach Hause liefern kann.

Siegeszug des Onlinehandels wird beschleunigt

Das soll künftig schneller gehen. Patienten sollen das E-Rezept auch per Smartphone einlösen können. Zwar ist die vollständige Abschaffung des Papierrezepts nicht vorgesehen, doch schon jetzt gehen Experten davon aus, dass das E-Rezept den Siegeszug des Onlinehandels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten beschleunigen und die Zahl der stationären Apotheken verringern dürfte.

Jobs bei 8.000 Apotheken in Gefahr

Derzeit gibt es knapp 20.000 stationäre Apotheken mit rund 65.000 Beschäftigten in Deutschland. Ihre Zahl könnte bis 2030 auf knapp 12.000 Vor-Ort-Apotheken fallen, schreibt das Handelsblatt und bezieht sich dabei auf einen Studie der auf den Pharmahandel spezialisierten Unternehmensberatung Dr. Kaske. Fazit: Auch für stationäre Apotheken wird es immer wichtiger, eine Versandhandelserlaubnis zu bekommen und das Internet-Geschäft aktiv zu betreiben. Laut Statistik der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) verfügten 2017 erst 3.000 öffentliche Apotheken über eine solche Erlaubnis und nur 150 von ihnen betrieben tatsächlich aktiven Versandhandel. 

Quellen: Handelsblatt, 20. AprilHeise.de, 20. April 

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