Wonach bemisst sich das Gehalt?
Das Gehaltsniveau in Unternehmen ist hierzulande stark beeinflusst von drei Faktoren: der Unternehmensgröße, der Region und der Branche. Schwanken die Gehälter in vergleichbaren Positionen ohnehin schon um bis zu 20 Prozent - je nachdem zum Beispiel, wie man sich im Gehaltsgespräch geschlagen hat -, so werden sie noch mal durch diese Kriterien kräftig auseinander gezogen.
Am stärksten schlägt dabei die Unternehmensgröße durch: Je größer, desto besser wird verdient. Erhält - so eine Studie der Vergütungsberatung Personalmarkt - beispielsweise ein Absolvent in einem Unternehmen mit 100 Mitarbeitern im Durchschnitt 36.000 Euro, so ist der gleiche Einstiegsjob in einem 1.000-Mann-Betrieb 45.000 Euro wert, 25 Prozent mehr. Nach Angaben der VDI-Gehaltsstudie erhält ein Jungingenieur in einem 5.000-Mann-Unternehmen im Schnitt 45.200 Euro im Jahr. Der gleiche Posten in einem 50-Mann-Unternehmen wäre im Schnitt "nur" 38.400 Euro wert. Und nach einer aktuellen Alma-Mater-Studie kann eine Firma mit weniger als zehn Mitarbeitern einem Absolventen im Durchschnitt 14 Prozent weniger zahlen als etwa ein Hundert-Mann-Unternehmen, ohne sich und sein Gehaltsgefüge zu ruinieren. Ein über 5.000-Mitarbeiter-Schuppen kann dafür fast 6,5 Prozent mehr offerieren.
Allein schon dieser Umstand ist Grund genug, bei jeder einzelnen Bewerbung den Gehaltswunsch zu überdenken und entsprechend neu zu recherchieren. Fatal wäre es, immer mit den gleichen Forderungen ins Gespräch zu gehen
Wie wichtig sind Gehaltsverhandlungen?
Sehr. Vergütungsexperten sind sich einig, dass für qualifizierte Positionen Tarifverträge immer weiter an Bedeutung verlieren und bald jeder nur noch das verdient, was er sich selbst eingehandelt hat. Mittlerweile ist es in vielen Unternehmen Usus, für Fach- wie Führungskräfte Ziel- und Bonusvereinbarungen zu schließen und Jahresgespräche zu führen. Dort wird dann ohnehin regelmäßig über Leistung und Gehalt gesprochen.
Und schon aus Karrieregründen sollte man das Thema gelegentlich beim Chef aufs Tapet bringen, denn die Diskussion übers Gehalt ist ein Teil der Selbstvermarktung und gehört mit zum Job. Die Wertigkeit eines Mitarbeiters wird nach wie vor wenig charmant in Geld bemessen. Wer wenig verdient, ist weniger angesehen. Wer nie Ansprüche anmeldet, wird auch nie in seinem Wert wahrgenommen. Deshalb dienen Gehaltsgespräche nicht nur dem finanziellen Fortkommen, sondern auch der Imagebildung - und sollten entsprechend professionell angegangen werden.